Geschichte

Schon seit langer Zeit bekannt

Den Ursprung des American Mustang findet man bereits im 15. Jahrhundert. Damals besiedelten die Spanier mit ihren einheimischen Pferden den amerikanischen Kontinent. Wenig später wurde ein europäisches Ausfuhrverbot verhängt um die Pferdepopulation in Europa zu sichern. Aus diesem Grund kreuzte man in Amerika Araber und Berber ein, um den Bedarf an Pferden weiter decken zu können. Diese Pferde verwilderten später in der Weite des Landes und noch heute werden Nachkommen dieser Pferde entdeckt, die in Herden umherstreifen.

Diese wild lebenden Pferde sind heute gut untersucht und man findet Merkmale verschiedener Pferderassen wieder, da sich damals immer wieder Hauspferde der Farmer zu den wild lebenden Mustangs hinzugesellt haben.

Aufgrund der immer größer werdenden Mustangpopulation und des Fehlens natürlicher Fressfeinde, fing man die Mustangs Ende des 2. Weltkrieges ein und tötete sie, um Platz für die Tiere der Farmer zu schaffen. Es sollen damals nur etwa 5.000 Pferde in Nevada überlebt haben. 2008 schätze man die Zahl der frei lebenden Mustangs dann wieder auf 27.000 Pferde.

 

Der Mustang als wesentlicher Teil der Natur

Bereits 1971 wurde der Mustang unter Schutz gestellt.  Gesunde, vermittelbare Mustangs durften nicht mehr getötet werden. Heute gilt ein generelles Schlachtverbot in den USA. Das Bureau of Land Management, kurz BLM, kümmert sich seitdem um den Erhalt der Wildpferde, die durchaus eine wichtige Funktion erfüllen – Antilopen finden junges Gras, nachdem die Mustangherden die Flächen abgeweidet haben. Mustangs tragen dazu bei eine Verbuschung zu verhindern. Dies ist ein wesentlicher Bestandteil des Brandschutzes. Im Winter öffnen die Mustangherden mit ihren harten Hufen zugefrorene Wasserlöcher, davon profitieren auch andere Tiere in der Wildnis. Werden es allerdings zu viele Pferde auf einer zugewiesenen Fläche besteht die Gefahr, dass Wasserstellen zerstört werden und Pferde an Hunger leider und verenden.

Das BLM versucht aus diesem Grund eine Überpopulation zu vermeiden, weshalb die verschiedenen Mustangherden in regelmäßigen Abständen gefangen werden und einige Tiere zur Domestizierung freigegeben werden.

Weideflächen werden in immer größerem Umfang Farmern zugewiesen. Auf den vorhandenen Flächen weiden nur 50.000 Wildpferde im Gegensatz zu 6.000.000 Rindern. Eine sicherlich kaum bemerkenswerte Zahl. Allerdings weiden die Rinder nur im Sommer auf den Flächen, die Mustangs müssen auch die harten Winter mit den Ressourcen auskommen.

Familienstrukturen werden zerrissen

Bei der heutigen Regulation der Mustangpopulation werden leider Familienstrukturen zerrissen. Eine natürliche Regulation der Herdengröße kann erfahrungsgemäß nicht mehr stattfinden. Zudem werden zu viele Pferde der verschiedenen Herden eingefangen, um das Überleben des einzelnen Genpools für die Zukunft sichern zu können.

Immer wieder kämpfen allerdings engagierte Menschen um das Überleben der Mustangs. Schreitet der Mensch weiter in diesem Maße in das Leben der Wildpferde ein, erwarten Experten, dass die Mustangs aussterben werden. Sie fordern die Wiederherstellung eines ökologischen Systems, um den Mustang dauerhaft zu schützen. Dieses ökologische System ist bei einer Herde seit Jahren zu beobachten. Hier finden keine Round-ups statt, trotzdem bleibt die Größe der Herde stabil. In dieser Region leben noch genügend Berglöwen, um als natürlicher Fressfeind die Population im Gleichgewicht zu halten. Die Geburtenrate reguliert sich hier ohne Eingriff des Menschen. Junge Hengste dürfen nicht decken und die Leitstute verhindert, dass junge Stuten gedeckt werden. In Jahren mit knappem Futterangebot kann es vorkommen, dass nur die Leitstute tragend wird. Auf diese Weise wird das Überleben des einzelnen Genpools für die Zukunft gesichert.